Der neue Landschaftsplan

Grüner Klönschnack vom 19.04.26

Informationen zum Vorentwurf des Landschaftsplanes Stelle:

Dr. Kathleen Schwerdtner-Mánez Ratsfrau der Gemeinde Stelle und Bürgermeisterkandidatin sowie Lothar Steffen Ratsherr der Gemeinde Stelle

Aufgaben und Inhalte der Landschaftsplanung

Der Landschaftsplan ist ein Fachplan für Naturschutz und Landschaftspflege im Gemeindegebiet.

Er umfasst:

  • Analyse von Natur und Landschaft
  • Bewertung des Naturhaushalts
  • Darstellung von Konflikten und Defiziten
  • Entwicklungsziele
  • Maßnahmen mit Prioritäten

Der Landschaftsplan ist nicht rechtsverbindlich, wird aber bei der Bauleitplanung berücksichtigt und dient als wichtige Grundlage für Entscheidungen.

Grundlagen:

Lage im Raum  Höhenkarte

Geologie 

Bodentypen

Grundlagen: Schutzgebiete und Fließgewässer

Bestandsaufnahme und Bewertung: Biotoptypen

Bestandserfassung und -bewertung

Artenvielfalt und Nutzung im Überblick

Die Elbmarsch weist durch kleinräumige Strukturen und geringe Nutzungsintensität eine hohe Vielfalt bedrohter Arten auf. Besonders Offen- und Halboffenlandarten profitieren davon.

Auf der Geest dominieren größere, intensiver genutzte land- und forstwirtschaftliche Flächen mit geringerer Strukturvielfalt.

Insgesamt wurden 110 Vogelarten nachgewiesen, davon 57 planungsrelevant, mit einem Schwerpunkt in der Elbmarsch.

Auch Fledermäuse wurden erfasst: Insgesamt neun Arten, überwiegend Einzeltiere. Häufigste Art war die Zwergfledermaus, während andere Arten nur selten nachgewiesen wurden.

Vorentwurf Landschaftsplan Stelle
– Ausschnitt Ashausen

Ziele und Konflikte im Landschaftsplan

Der Landschaftsplan sieht die Erhaltung und Ergänzung von Alleen und Baumreihen sowie die Stärkung der Grünzonen am Mühlenbach vor. Nördlich der Schule wird ein mögliches Zusammenwachsen der Ortsteile Stelle und Ashausen aufgezeigt.

Zugleich bestehen Konflikte, etwa durch das geplante Gewerbegebiet zwischen Ashausen und Scharmbeck.

Zentrale Ziele sind die Umwandlung von Ackerflächen in Grünland sowie Maßnahmen für den Weißstorch- und Wiesenvogelschutz. Viele Flächen erfüllen bereits Voraussetzungen für Landschaftsschutzgebiete, teils sogar für Naturschutzgebiete.

Unklar bleibt bislang die konkrete Darstellung von Ausgleichsflächen im Plan.

Bedeutung der Landwirtschaft im Rahmen der Landschaftsplanung

Die Landwirtschaft prägt das Steller Gemeindegebiet in erheblichem Maße
– sowohl strukturell als auch wirtschaftlich und kulturell. Sie trägt wesentlich zur Offenhaltung der Landschaft, zur regionalen Wertschöpfung sowie zur Identität der Gemeinde bei.
Ziel des Landschaftsplanes der Gemeinde Stelle ist es, naturschutzfachliche Erfordernisse und landwirtschaftliche Bewirtschaftung möglichst in Einklang zu bringen und auf kooperative sowie freiwillige Instrumente – etwa Vertragsnaturschutz oder Agrarumweltmaßnahmen – zu setzen.


Die bestehende ordnungsgemäße landwirtschaftliche Nutzung bleibt hiervon unberührt. Vielmehr soll der Landschaftsplan Perspektiven aufzeigen, wie ökologische Funktionen gestärkt werden können, ohne die landwirtschaftliche Produktion in Frage zu stellen.
Der Landschaftsplan entfaltet als naturschutzfachliche Fachplanung keine unmittelbare Rechtswirkung gegenüber landwirtschaftlichen Betrieben. Ziel des weiteren Verfahrens ist es, bestehende Bewirtschaftungsstrukturen angemessen zu berücksichtigen und auf kooperative sowie freiwillige Maßnahmen zu setzen.
Der Dialog mit den landwirtschaftlichen Akteuren wird im weiteren Verfahren fortgeführt, um tragfähige und ausgewogene Lösungen zu entwickeln.